Spielmanns- u. Fanfarenzug der Freiw. Feuerwehr vertritt Überlingen bei

Internationaler Feuerwehrsternfahrt

 

Der Spielmanns- u. Fanfarenzug der Freiw. Feuerwehr Überlingen, nahm vom 17.-20. Mai an der 17. Internationale Feuerwehr Sternfahrt in Stumm-Tirol teil. Diese vier Tage haben bei allen teilnehmenden Akteuren positive und bleibende Eindrücke hinterlassen.

 

Was einst aus einem kleinen Feuerwehrfest entstand bewährt sich bis heute. Hier ein historischer Rückblick auf die Feuerwehr-Sternfahrt: Im Jahre 1974 trafen sich auf Initiative des damaligen Kommandanten der Freiw. Feuerwehr Krumpendorf am Wörtersee (Oberbrandrat Hans Koch) im Saarland einige Feuerwehren aus Deutschland, Österreich und Frankreich zu einem kameradschaftlichen Beisammensein. Bereits 1975 traf man sich zur ersten „Internationalen Feuerwehr Sternfahrt“ in Krumpendorf. Wonach man derartige Treffen im zweijährigen Rhythmus in einem anderen Land, durchzuführen beschloss.

 

Sportliche Wettkämpfe, feuerwehrspezifische Informationen und kameradschaftlicher Gedankenaustausch sollten Hauptzweck der Sternfahrt sein. Das Büro der „Internationalen Feuerwehr Sternfahrt Organisation“ (IFSO) wurde ebenfalls in Kärnten eingerichtet. Heinz Kernjak ist seit 1993 Generalsekretär. Er und der jeweilige Kommandant der Krumpendorfer Feuerwehr stehen dem Präsidium vor. Seit 1985 werden auch periodisch internationale Feuerwehr-Musikfestivals abgehalten. Mittlerweile wurde die 17. Intern. Feuerwehr Sternfahrt in Stumm-Tirol abgehalten. Die Kurzbezeichnung „ I F S O “ steht für I- nationale Zusammenarbeit, F- euerwehren retten, bergen, löschen, schützen, S- ternfahrt der Feuerwehren, O- rganisation bedeutet für die Feuerwehr überleben.

 

Auf eine Einladung zur Sternfahrt ließ sich der Spielmanns- u. Fanfarenzug der Freiw. Feuerwehr Überlingen nicht lange bitten und machte sich auf den Weg in Richtung Tirol. Tobias Mezger -  selber aktives Mitglied im Spielmannzug - lenkte mit sicherer Hand den großen Reisebus über den Mitte Mai noch stark verschneitem Albergpass. Nach dem Beziehen der Unterkünfte blieb nicht all zuviel Zeit übrig, denn die große Eröffnungsfeier in Feuerwehr-Uniform mit Standarte unsere Fahne der Abt.-Feuerwehr stand bevor. Zum Hissen der IFSO- u. Sternfahrerfahnen sind Feuerwehrleute aus ganz Europa von Lettland bis Italien und von Ungarn bis Holland auf dem Dorfplatz angetreten um die Begrüßungsworte zu hören. Im Anschluss daran war Kameradschaftsabend in einem eigens für diese Veranstaltung aufgerichtetem Zelt für 8000 Personen. Für das leibliche Wohl der Gäste kümmerte sich der Katastrophenschutz von Niederösterreich der dafür freigestellt worden war und in diesem Zuge eine angelegte Großübung durchführte. Die gute Stimmung der Feuerwehrleute aus aller Nation hielt an bis in die Morgenstunden.

 

Am darauf folgenden Tag ging es mit dem Rahmenprogramm weiter, für die gemeldeten Musikzüge stand ein Konzert u. Marschwertung auf dem Programm. Für die aktiven Feuerwehrleute galt es einen Geschicklichkeitsparkkurs abzufahren.

Der Spielmanns- u. Fanfarenzug hatte am Freitagmorgen freies Rahmenprogramm und konnte das reichhaltige touristische Angebot wahrnehmen.

 

So gab es z.B. eine Fahrt zum Hintertuxer Gletscher. Ein besonderes Highlight war der Gletscherbus, der die Besucher von 2.660 m bis in eine Höhe von 3.250 m brachte. Dort bot die Panoramagondel eine atemberaubende Aussicht von der Zugspitze bis zu den Dolomiten.

 

Eine weitere Gruppe von uns erlebte eine sinnliche Reise durch die faszinierende Kristallwelten Swarowski, das dreidimensionale Erlebnismuseum mit Licht- und Klangarchitektur des Künstlers André Heller. Das bekannte magische Bauwerk mit seinen sieben Wunderkammern wird von einem Wasser speienden, botanischen Riesen beschützt. Im Inneren des Riesen laden Kristallarbeiten weltbekannter Künstler wie Salvadore Dali, Keith Haring, Niki de St. Phalle zum Staunen ein.

 

Eine weitere Abteilung von uns fuhr zum Silberbergwerk Schwaz. Überlieferungen nach war schon vor 500 Jahren der Bergmannsgruß „Glück auf“, als über 11.000 Knappen in Schwaz unter größten Anstrengungen Silber und Kupfer schürften. Schwaz war im 15. und 16. Jahrhundert das bedeutendste und modernste Bergwerk weltweit. Das Erlebnis unter Tage begann mit einer Einfahrt mit der elektrischen Grubenbahn bis 800 Meter in den Berg. Anschließend informierte uns geschultes Personal im weit verzweigten Labyrinth des Stollensystems über Abbaumetthoden, Werkzeuge, Vermessung und Förderung des Erzes im Laufe der Entwicklung.

 

Nach dem reichhaltigen Freizeitprogramm des Tages waren gegen Abend auch wir gefordert. Parallel zur Präsidiumssitzung hörten die angereisten Zuschauer die Klänge von traditioneller Marschmusik, die wir im Musikpavillon in der Ortsmitte von Stumm aufspielten. In der Präsidiumssitzung ging es um die Bewerbung der Ausrichtung der „19. Internationalen Sternfahrt 2011“, das Ergebnis ging an Deutschland und Polen. Die Europäische Doppelstadt „Frankfurt/Oder und Stubice in Polen“ erhielten den Zuschlag. Sie hatten sich unter dem Motto „Zwei Länder – zwei Städte – eine Feuerwehrsternfahrt“ für die Ausrichtung der 19. Feuerwehr-Sternfahrt beworben.

Die anschließende Jubiläumsfeier verbrachten die Feuerwehrleute aller Nationen gemeinsam im großen Festzelt sowie im direkt angebauten Kaffe- und Schnapszelt für weitere 2000 Personen auf der Stummer Festwiese. Die große Gastfreundlichkeit, Ruhe und Gelassenheit sowie die Ausstrahlung der Stummer Bürgerinnen und Bürger anlässlich dieses Ereignisses war faszinierend. Die Verzahnung von Leitung, Organisation und Durchführung ließ eine harmonische Stimmung erst so richtig aufkommen.

 

Am darauf folgenden Tag bestand die Möglichkeit für alle Teilnehmer zu  einem multimedialen Vortrag über einen Großeinsatz einer Feuerwehr in einer Feuerwerksfabrik sowie an einem Beitrag über den Transrapid-Unfall teil zu nehmen. Während unseres Aufenthaltes tauschten wir unsere Meinungen mit den Feuerwehrkameraden der Werksfeuerwehr „EADS“ in Friedrichshafen-Immenstaad aus.

 

In der Vorbereitungszeit bis hin zum großen Abschluss des Festumzuges passierte der komplette historische Fahrzeug-Konvoi mit den alten wieder in Einsatzbereitschaft hergestellten  Fahrzeugen unser Quartier, wo wir in der ersten Reihe vom Balkon unserer Herberge einen freien Blick hatten. Vor dem Abmarsch des Festumzuges spielte der Spielmanns- und Fanfarenzug der Freiw. Feuerwehr Überlingen mit den anderen Musikzügen das „Preußens Gloria“ auf. Mit den Aufmarsch der Fahnen der Nationen Einreihung der Mannschaften dem Wechselspiel an Musikzügen und Historischen Fahrzeugen bewegte sich der Umzug bis zur Festwiese.

Hier wurde bis Mitternacht gefeiert und zum Abschluss des Tages gab es dann ein großes Feuerwerk über Stumm. Die gute Stimmung und der Dankes-Applaus ging am Ende an das Organisationsteam der Sternfahrt (IFSO). Der Applaus  muss wohl so durch Zillertal geschallt haben, dass einige Bürger aus Niederösterreich dem Katastrophenschutz ein Erdbeben der stärke 4,0 meldeten. Am Sonntag, dem letzten Tag dieser Veranstaltung blieb nur noch das Einholen der IFSO- Fahne und Übergabe an den Kommandanten der Freiw. Feuerwehr aus Gyula in Ungarn,  da dies der nächste Austragungsort 2009 sein wird.

Die Feuerwehr aus Deutschland darf sich dann 2011 auf die Fahne freuen, wenn vom 02. Juni – 05. Juni 2011 in Frankfurt an der Oder die 19. Internationale Feuerwehrsternfahrt unter dem Motto „Zwei Länder – zwei Städte – eine Feuerwehr Sternfahrt“ stattfindet. Weitere Info zu dieser Veranstaltung finden sie im Internet unter: www.Feuwehrsternfahrt-2011.eu, oder info@Feuerwehrsternfahrt-2011.eu.

 

Die Bilder der Veranstaltung von 2007 können bald auf der Homepage des Spielmanns- u. Fanfarenzuges der Freiw. Feuerwehr Überlingen unter www.spielmannszug-ueberlingen.de besichtigt werden.

Text/Bild, Raimund de Francisco   

Bild 1 zeigt das 8000 Mann große Zelt und mitten drin Tambourmajor Alfred Buser

Bild 2 zeigt den Aufmarsch zur Festwiese im hintergrund das Zillertaler Bergmassiv  mit Gletscher 

Bild 3 zeigt ein Tirolermädel das sich um das leibliche Wohl der Spielmannszugkameraden kümmert

Bild 4 zeigt „GLÜCK AUF“ den ruf der Bergwerksleute, einige Kameraden bei der Besichtigung im Silberbergwerk  in Schwaz-Tirol

Bild 5 zeigt einen klein Bruchteil der Historischen Feuerwehrfahrzeugshow

Bild 6. zeigt die Unterstützung des SFZ- d. FFw.-ÜB.  zur musikalischen Umrahmung des Wertungsspieles in Stumm